SALON FIGL

„Wir leben in Armut und wollen Veränderung“

Diese Frau mit Wurzeln in Puerto Rico lebt in Washington Heights.

Diese Frau mit Wurzeln in Puerto Rico lebt in Washington Heights.© Figl

New York. Ein Wahlhelfer steht vor einem Wahllokal in Queens und ist umringt von Menschen, die ihn mit Fragen löchern: In welcher Schlange sollen wir uns anstellen? Wie lange wird es dauern, bis man dran kommt? Ein Mann ist besonders echauffiert: „Ein anderer Wahlhelfer hat mich in die falsche Schlange geschickt, ich habe eine halbe Stunde verschwendet.“

Rund 40 Minuten stehen die Menschen in Queens an, bevor sie ihre Stimme abgeben können. In New York City, wo stets alle „busy“ sind, wird Wartezeit schnell zur Belastungsprobe. Die Wahlschilder sind fünfsprachig, an keinem Ort der Welt werden so viele Sprachen gesprochen wie in diesem multikulturellen Stadtteil New Yorks.

Bildergalerie vom Wahltag in New York City.

Diese Reportage ist am 8.11.2016 hier erschienen.

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„Ein Wahlkampf voller Zorn und Leidenschaft“

Carolyn Ryan, Politik-Chefin der New York Times, hat Donald Trump als nächsten US-Präsidenten noch nicht ganz abgeschrieben.

Carolyn Ryan, geb. 1964, ist Politik-Chefin der New York Times. Für die NYT arbeitet sie seit 2007, zuvor war sie beim Boston Globe. Über die Präsidentschaftswahlen berichtet sie seit den 1990er-Jahren.© John Smock

Carolyn Ryan, geb. 1964, ist Politik-Chefin der New York Times. Für die NYT arbeitet sie seit 2007, zuvor war sie beim Boston Globe. Über die Präsidentschaftswahlen berichtet sie seit den 1990er-Jahren.© John Smock

Was hat Sie dieser US-Wahlkampf gelehrt?
Carolyn Ryan: Der enthusiastische Zuspruch, den Donald Trump in den Primaries bekommen hat, hat uns sehr überrascht. Wir haben gelernt, dass wir besser verstehen müssen, was in diesem Land vor sich geht. Wir waren zu weit weg von den ökonomischen Schmerzen und dem Zorn der Menschen. In Zukunft müssen wir sicherstellen, dass wir mit den Menschen im Land in Verbindung bleiben.

Dieses Interview ist am 3.11.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.
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Rückeroberung des Wassers

Die Fußgängerbrücke (im Bild als Simulation) soll einen Tag lang Brooklyn mit Governors Island, im Süden von Manhattan, verbinden.© Braden Caldwell

Die Fußgängerbrücke (im Bild als Simulation) soll einen Tag lang Brooklyn mit Governors Island, im Süden von Manhattan, verbinden.© Braden Caldwell

Nancy Nowacek will die New Yorker mit einer temporären Fußgängerbrücke näher zum Wasser bringen. New York City hat eine 850 Kilometer lange Küste. Die Bronx ist der einzige Stadtteil, der sich auf US-amerikanischem Festland befindet. Und das Wasser wird oft als „sechster Bezirk“ bezeichnet. Tagtäglich pendeln tausende Menschen von einer Insel zur anderen – von Brooklyn, Queens oder Long Island nach Manhattan und zurück – und dennoch: Die New Yorker haben meist ein distanziertes Verhältnis zum Wasser.

Dieser Artikel ist am 4.10.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Wie ein Phönix aus der Asche

Die Bronx befindet sich mitten im Wandel. Sie ist der letzte Bezirk New Yorks, in dem Wohnraum noch leistbar ist. – Ein Lokalaugenschein.

Die Künstlerin Caridad de La Luz, bekannt als "La Bruja" ("die Hexe"), lebt in der Bronx.© Figl

Die Künstlerin Caridad de La Luz, bekannt als „La Bruja“ („die Hexe“), lebt in der Bronx.© Figl

Alte Fabriken werden zu Lofts umgewandelt, Starbucks hat kürzlich seine zweite Filiale eröffnet. Mit vierzig Prozent Grünfläche gibt es in der Bronx, dem nördlichsten Bezirk New Yorks, mehr Parks als in jedem anderen Stadtteil. Die Bronx ist vielerorts ruhiger als Manhattan, wo Feuerwehr- und Polizeisirenen heulen. Es scheint fast so, als ob sie, und nicht Manhattan, das durch den Harlemfluss getrennte Eiland wäre. Investoren haben das Potenzial des Bezirks längst entdeckt, vermarkten ihn als „das neue Brooklyn“. Manche prognostizieren gar, die Bronx könnte innerhalb von zehn Jahren aussehen wie die Upper West Side in Manhattan.

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Dieser Artikel ist am 10.9.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen. 

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Dichterin mit Rasierklinge

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(c) Jim Alexander – Beacon Press

Gewalt, Elend, Tod: Es gibt kaum ein Tabu, vor dem die Dichterin Sonia Sanchez zurückscheut. Die 81-Jährige ist eine Ikone der afro-amerikanischen Kunstbewegung.

„Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?“ Die US-amerikanische Literatin Sonia Sanchez verschwendet keine Zeit mit Trivialitäten, auch nicht in ihrem TED Talk-Vortrag zum Thema „was es bedeutet, ein Mensch zu sein“, indem sie ihrem Publikum mitgibt: „Wir sind alle gleich. Wir müssen lernen, einander zu respektieren. Ein Poet kreiert soziale Werte.“

Dieser Artikel ist am 6.8.2016 in der Wiener Zeitung erschienen. 
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Creating Social Values Through Poetry

sonia-sanchez_081-year-old Sonia Sanchez, whose poems talk about rape, violence and death, has never shied away from taboos. For many, she is an icon.

“What does it mean to be human?” is one of poet Sonia Sanchez’s favorite questions. The 81-year-old, who emerged in the black arts movement in the 1960s, and established black women studies at universities in California, doesn’t waste time over trivialities.

“How I tell the truth is a part of truth itself,” says Sanchez. The fact that she never makes anything up adds to the power of her poems, which often address rape, violence and death.

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Einkaufen mit Gemeinschaftssinn

160619-0332-img-0675Vor 43 Jahren schlossen sich in Brooklyn holten einige Menschen günstige Lebensmittel direkt von lokalen Produzenten. Heute ist die Park Slope Food Coop eine der größten und ältesten Lebensmittelkooperativen der USA. 

New York City. Einem jungen Mann, er schichtet Pfirsiche in ein Regal, rutscht die Schachtel aus der Hand, die roten Früchte kullern durch die engen Gänge. Die „Kunden“ manövrieren ihre Einkaufswägen geschickt vorbei, einige knien nieder und helfen mit, das gefallene Obst einzusammeln.

In der Park Slope Food Coop, einer der ältesten Lebensmittelkooperativen in den USA, setzt man seit 43 Jahren auf Zusammenarbeit. Heute ist sie mit 17.000 Mitgliedern die größte Food Coop des Landes, in der alle Mitglieder mitarbeiten müssen, die Unterscheidung zwischen „Kunde“ und „Mitarbiter“ gibt es de facto nicht. Das erklärt die teilweise ungeübten Arbeiter wie den Mann mit den Pfirsichen, aber auch die geringen Personalkosten.

Dieser Artikel ist am 14.6.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen. Eine Bildergalerie gibt’s hier.

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Harlem Renaissance

In New York arbeitet sich die Gentrifizierung unaufhaltsam nordwärts – und so könnte Central Harlem bald das neue Galerienviertel werden

Fried Chicken brutzelt in den Soul-Food-Restaurants, an den Ständen einiger Straßenverkäufer läuft Reggae-Musik, es riecht nach Räucherstäbchen. Willkommen in Harlem. Das also ist New Yorks neues Galerienviertel? Noch nicht, aber vielleicht schon bald. Elizabeth Dee und Gavin Brown machen den Anfang, ihre Galerien eröffnen im September nördlich des Central Park. Und auch der Berliner Johann König schaut sich gerade in der Gegend um.

Dieser Artikel ist am 31.5.2016 im Monopol Magazin erschienen.

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„Die Roten gibt’s nicht mehr“

160526-1805-948-0900-32991-270510stammtischExilanten und Wahl-New Yorker über die österreichischen und amerikanischen Präsidentschaftswahlen.

New York. Alle sind per du. Wer neu ist, stellt sich vor. Und genascht wird Marshmallow-Eis mit Mannerschnitten. Beim Emigranten-Stammtisch, der seit über 70 Jahren in New York wöchentlich stattfindet, geht es informell zu. In Trudy Jeremias Penthouse-Wohnung in der Upper East Side treffen sich Exilanten, Wahl-New Yorker und Durchreisende, um über Politik und Alltag zu plaudern. Gesprochen wird – bis auf wenige Ausnahmen – deutsch.

Dieser Artikel ist am 27.5.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

Bildergalerie Austrians in New York

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Das neue Met Breuer

Met Breuer