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Tag: Politik

„Neue Form der Politisierung“

Politologe zieht bei Votivkirche-Protest Vergleich mit anderen EU-Städten

Am Dienstag wurde Hussain Mazar, Aktivist aus dem Umfeld der Protestbewegung in der Votivkirche, nach Ungarn abgeschoben. Am heutigen Donnerstag soll ihm Mohammed Abdsallam folgen. Aus dem Innenministerium heißt es, bei ihnen handle sich nicht um Personen aus dem Kern der Protestbewegung – für Ilker Ataç, Universitätsassistent und Migrationsforscher am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, haben die Abschiebungen dennoch eine „starke symbolische Bedeutung“, die im Einklang mit dem Umgang der österreichischen Politik mit Asylsuchenden stehe.

Dieser Artikel ist am 6.2.2013 in der „Wiener Zeitung“ erschinen und im Original hier nachzulesen.

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Stay as you wish

Es duftet nach Kardamom, junge Menschen versuchen einen Sitzplatz zu erspähen. Ein Stockwerk tiefer werden Sessel über Köpfe gehievt und Tische zusammengeschoben. Es ist 12 Uhr, der Wiener Deewan – das pakistanische Restaurant unweit der Haupt-Uni – wird von hungrigen Studenten regelrecht gestürmt.

Dieser Artikel ist am 9.12.2012 im „Wiener Journal“ erschienen und im Original hier zu lesen.

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„Entmündigung durch Experten“

Ökonomin Michalitsch über Aufgaben der Erwachsenenbildung
Business-Englisch oder Arbeitsrecht, das politische System Österreichs oder Autogenes Training: die Wahl eines Volkshochschulkurses wird oft danach getroffen, was im Berufsleben praktikabel erscheint, politische Partizipation wird immer öfter hintangestellt.

Dieser Artikel ist am 7.11.2012 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und im Original hier zu lesen.

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Das Unsichtbare wird sichtbar

Kann man an einem Ort wie Mauthausen leben? Ein Besuch der Schauplätze von Johann Epples Roman „Gesternstadt“ zeigt: die NS-Geschichte ist omnipräsent.

Es ist eine herrschaftliche Villa, die dem Besucher weiß verputzt entgegen strahlt. Der Rasen ist fein getrimmt, eine zwei Meter hohe Mauer umrahmt das Grundstück, auf dem sich das größte Haus des Ortes befindet. Durch ein Stahltor blickt man auf den englischen Garten und einen Kiesweg, der zum Haus führt. Dieses markierte einst den Eingang zum Konzentrationslager Gusen I. Die Nazis nannten das Gebäude „Jourhaus“, hier wurde den Menschen die Köpfe rasiert und Goldzähne ausgeschlagen. Heute befindet sich das Haus in Privatbesitz, eine Familie lebt darin.

Dieser Artikel ist am 2.11.2012 im „Extra“ erschienen und ist im Original hier hier zu lesen.

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„Hierzubleiben wäre blöd“

Kaum Förderungen und Perspektiven für wissenschaftlichen Nachwuchs in Österreich.

„Wer die Chance hat wegzugehen und es nicht tut, ist blöd.“ Es mag provokant klingen, doch für viele junge österreichische Wissenschafter ist der Weg ins Ausland nur logisch. Er kenne „jede Menge Leute“, die bereits weg sind, sagt Thomas Schmidinger, Politikwissenschafter an der Universität Wien, zur „Wiener Zeitung“. In Stockholm etwa locken unbefristete Stellen mit Kinderbetreuung: „Ein Traum“, so Schmidinger. Dass die Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft prekär sind, ist zwar kein rein österreichisches Phänomen – dass es kaum Nachwuchsförderung gibt, jedoch schon, so der Politologe.

Der Artikel ist am 27.09.2012 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Fake-Bettel-Inserat im „Augustin“

Tag der Bettelei: Gefälschte Anzeige mit Corporate Design der Stadt Wien.

Ein Inserat mit dem Slogan „Geben macht glücklich“ in der aktuellen Ausgabe der Obdachlosenzeitung „Augustin“ macht von sich reden: In diesem wird dazu aufgerufen, Bettelei zu unterstützen – und diese Werbeeinschaltung ist mit dem Schriftzug der Stadt Wien versehen.

Dieser Artikel ist am 20.09.2012 in der Wiener Zeitung erschienen.

Zum Original-Artikel & Zur „Auflösung“

 

Zurück zum Heimatabend

150 Jahre Alpenverein

Die rot-weiß-rote Markierung führt zum Ziel: In diesem Fall zur Pühringerhütte im Toten Gebirge in Oberösterreich.

Junge Männer ballerten mit ihren Waffen herum, geschlafen wurde in den überfüllten Hütten auf Bänken und unter den Tischen. Und der Spruch „auf der Alm, da gibt’s koa Sünd’“ dürfte auch keine Mär sein, wenngleich der in den Aufzeichnungen vermerkte „Alpinismus Sexualis“ lediglich Rückschlüsse auf die praktizierte Freikörperkultur zulässt. Doch die Geschichte des 1862 gegründeten Österreichischen Alpenvereins (OeAV) hat keineswegs nur amüsante Anekdoten vorzuweisen: Bei der Verhetzung von Juden hatte er eine Vorreiterrolle inne.

Dieser Artikel ist am 28.8.2012 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Freunderlwirtschaft per Inserat

Aus aktuellem Anlass: Das NDR-Medienmagazin ZAPP berichtete am 02.11.2011 über die Inseratenaffäre. Parteien kaufen Anzeigen und Inhalte bei wohlgesinnten Verlegern – Bundeskanzler Faymann steht unter Verdacht.

http://www.youtube.com/watch?v=ub9K5WUQ9HI

 

Von den 68ern blieb nicht viel

StŸützlehrerin Hermine Wittmann

StŸützlehrerin Hermine Wittmann (c) Slanislav Jenis

50 Sonderpädagogen arbeiten in Wien als Stützlehrer – fraglich, wie lange noch. Auch 30 Jahre nach ihrer Einführung bleiben die Stützlehrer kritisch: „Verkrustetes Schulsystem ist lebensabtötend“

Wien. Man könnte meinen, ihnen wäre zum Feiern zumute, doch 30 Jahre nach ihrer Gründung geben sie sich enttäuscht, wütend und desillusioniert. In den 80ern sind die Stützlehrer – ihres Zeichens Kinder der 68er-Bewegung – angetreten, um das Schulsystem zu verändern: Lernschwache Schüler sollten nicht mehr in Sonderschulen abgeschoben, die Klassenräume offener werden.

Dieser Artikel ist am 08.06.2012 in der „Wiener Zeitung“ erschienen

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Es fehlt der Kindergarten-Coup

Veronika im Kindergarten Gatterhölzl in Wien

Kein Kollektivvertrag, Bezahlung unter Mindestlohn, keine universitäre Ausbildung und Kompetenzdschungel – und die Länder stellen sich bei bundesweiter Reform der Elementarpädagogik quer.

Wien. Wie es um die Anerkennung eines Berufes bestellt ist, ist schnell ermittelt. Gibt man etwa an, Journalist zu sein, zeigt sich das Gegenüber meist interessiert, fragt nach. Kindergartenpädagogen werden hingegen oft mit einem „Mei, lieb“ belächelt. Fehlende Wertschätzung plus teils miserable Arbeitsbedingungen ergeben fehlende Pädagogen – in Wien etwa 200, also springen oft Assistentinnen ohne Ausbildung ein.

Dieser Artikel ist am 25.05.2012 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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