Er schnippt wieder mit dem Finger

CD-Rezension „Hallo Welt“ von Max Herre

Max Herre kehrt mit seinem dritten Solo-Album zum Rap zurück, ohne dabei der Soulmusik den Rücken zu kehren. Eingängige Melodien, kluge Texte und Zeilen, die wie von selbst fließen: „Man fand ihn immer, daheim in seinem Zimmer / er nickte mit dem Kopf und schnippte mit dem Finger“ – das alles erinnert unweigerlich an die Anfänge bei Herres früheren Band „Freundeskreis“.

Dieser Artikel ist am 29.09.2012 im „Extra“ erschienen.

Weniger Pathos als bei der vorigen Solo-Platte, der Kitsch dort, wo er hinpasst – wie in die Ballade für seine kleine Tochter: „Die Liebe ist wie der Vogel / versuch sie einzusperren, und sie kommt nie mehr geflogen / doch gibst du ihr Freiheit, kommt sie immer zurück . . .“ Herre rappt vom arabischen Frühling und den Strapazen der Arbeitswelt, besingt Abschiede und Neuanfänge. Unterstützt wird er dabei u.a. von Philipp Poisel, Aloe Black und Sammy Deluxe. Dass der 39-jährige Stuttgarter die Königsdisziplin des Hip Hop – das Rappen – nach wie vor beherrscht, beweist der letzte Track mit dem Berliner Megaloh – schade nur, dass dieser die Sexismus- und Homophobiekeule auspackt, von der man bei Herre ansonsten verschont bleibt.

Max Herre: Hallo Welt. (Nesola Universal Music) Den Originalartikel findet man hier