SALON FIGL

Das ist die Homepage der Journalistin Bettina Figl

Masai-Krieger ziehen in den Tourismus

Ein kenianisches Masai-Dorf will mit einem ökologischen Safari-Camp alles anders machen – und doch bleibt angesichts der Kolonialgeschichte des Landes ein unbehagliches Gefühl zurück.

Die Hochspringer

Ein Dutzend Masai nähert sich in rhythmischen Schritten. Die jungen Männer tragen üppigen Kopfschmuck, hölzerne Gehstöcke und Baumwolldecken mit Karo-Muster in knalligem Rot, über die Schulter geworfen wie eine Toga. Auf dem staubigen Erdboden bremsen sie sich ein, reihen sich auf, und dann tritt abwechselnd einer von ihnen hervor, und springt, so hoch er nur kann, in die Luft. Die restlichen Masai begleiten den springenden Masai-Krieger wie Background-Sänger mit Sing-Sang und dem Klimpern ihrer Halsketten.

Dieser Artikel ist als multimediale Scrollstory ist im Juli 2017 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Forschung, finanziert vom US-Militär

Brustkrebs und Quantenphysik: Hintergründe zu Uni-Projekten, die vom US-Verteidigungsministerium bezahlt werden. Studierende fordern Zivilklauseln an den Universitäten.

An der MedUni Wien finanziert das US-Verteidigungsministerium eine Studie zu Brustkrebsprävention, Geld des US-Militärs fließt auch in die Forschung an Quantencomputern, welche die Universität Wien und die Universität Innsbruck betreiben. Ist diese Art von Forschungsförderung im neutralen Österreich zulässig?

Dieser Artikel ist am 11.12.2019 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Talk about robots and coding at re:publica

Talk with Alexander Fanta from netzpolitik.org how robots and coding are
changing the newsroom at re:publica 2018. You can read a summary here

„Ich will, dass endlich Friede herrscht“

Kein afrikanisches Land beherbergt mehr Flüchtlinge als Uganda. Doch auch im „Land der Willkommenspolitik“ haben Geflüchtete mit Problemen zu kämpfen.

Arua. Taisha Awat hat ihre Schwester, ihren Ehemann und ihre Heimat verloren. Alles, was sie noch hat, sind ihre sechs Kinder. Mit ihnen lebt sie seit einem Jahr unter einer undichten Plane in Uganda. Trotzdem lächelt sie. Vor ihren Augen wird gerade ihr Haus errichtet. Ein Haus mit einem Dach, in das es nicht hineinregnet. Ein Haus mit einer Tür, die vor Dieben und anderen Eindringlingen schützt.

Diese Reportage aus Uganda ist am 10.5.2018 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Bigger is not always better: What we can learn about data journalism from small newsrooms

DUyO-4FW0AAHLkM.jpg-largeBettina Figl’s paper on data journalism in small newsrooms is based on literature, case studies and interviews with heads of newsroom data teams in Germany, Austria and the UK. Her findings make it clear that data journalism is all about team work, and size is no barrier to innovation.Indeed smaller newsrooms can be at an advantage when it comes to integrating data teams. Journalists in smaller publications often communicate better with each other, are more willing to take risks, and can change the culture of the newsroom more easily. Limited resources and lack of expertise in data journalism can be overcome by collaborations and networks like The Bureau of Investigative Journalism’s Bureau Local, which connects local newsrooms all over the UK. The paper can be downloaded here.

„Mein Rat lautet: Keep cool!“

© Oliver Wolff http://www.oliwolff.com

© Oliver Wolff http://www.oliwolff.com

Seit Günther Krabbenhöft vor zwei Jahren von Touristen am U-Bahn-Steig in Berlin fotografiert wurde, hat sich sein Leben auf einen Schlag geändert. Heute jobbt der 72-Jährige, der fast sein ganzes Leben lang als Koch gearbeitet hat, als Model und Stilberater, und er ist ein Star in den sozialen Netzwerken. Dass die Fotos für dieses Interview am Berliner Tempelhofer Feld entstehen sollten, gefiel ihm nicht – er kann große Menschenansammlungen nicht leiden und kritisiert, dass an diesem Platz keine Sozialwohnungen entstehen. Doch als er dann im Abendlicht zwischen Sonnenblumen für die Kamera posiert, ist er wieder in seinem Element. Er kommt mit zwei 10-Jährigen in Fußball-Trikots ins Gespräch und erklärt ihnen, dass sich ein Gentleman stets höflich und respektvoll verhält.

Dieser Artikel ist am 23.9.2017 im Extra der Wiener Zeitung erschienen.

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„Achtsamkeit ist ein Tranquilizer“

Hannah Assouline

Hannah Assouline

Meditation ist narzisstisch und geht nicht an die Wurzel des Problems: Theodore Zeldin, Historiker an der Universität Oxford, steht Meditation und Achtsamkeit kritisch gegenüber. Das Interview ist am 10.5.2017 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.

Professor Zeldin, Sie sind ein Gegner der Achtsamkeit. Sie sagen, Achtsamkeit halte die Welt vom Denken ab – wie meinen Sie das?

„Theodore Zeldin“: Jeder kann tun und lassen was er will, aber ich kann Ihnen erzählen, warum ich Achtsamkeit nicht befürworte und für kontraproduktiv halte. Achtsamkeit muss regelmäßig praktiziert werden, es ist keine Kur, sondern wie ein Tranquilizer, den man jeden Tag einnehmen muss. Ein Problem an „Mindfulness“-Konzepten ist, dass es das Wissen der Welt nicht vermehrt. Und ohne Wissenszuwachs kann man die Probleme dieser Welt nicht bewältigen. Weiterlesen…

„Für mich war Schule eine transformative Erfahrung“

Der US-amerikanische Bildungsminister John King über Studienkredite, frühkindliche Erziehung und wie Schule sein Leben rettete.

"Kürzungen der Staatsausgaben hatten zur Folge, dass Studieren teurer wurde. Diesen Kurs müssen die Bundesstaaten revidieren", sagt King.

John King beim Interview in Washington D.C.

Studienkredite waren ein viel diskutiertes Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Präsident Barack Obama hat seinen Kredit bis 2004 zurückbezahlt, damals war er Senator im US-Staat Illinois. Haben Sie Ihre Uni-Schulden schon abbezahlt?

John B. King Jr.: Nein, noch nicht. Meine Frau und ich haben beide (unter anderen, Anm.) in Harvard studiert, und wir hoffen, dass wir die Schulden abbezahlt haben, bevor unsere Töchter ans College gehen.

Das Interview ist am 4.11.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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The girl on the sidewalk

For 13 years, Alaska has been living on the streets of Portland.

(c) John Strieder

(c) John Strieder

Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Alaska sneezes herself awake. It is 8:15 A.M., and while alarm clocks remind people elsewhere that it is time to get ready for work, the sneezing reminds Alaska that it is time for her first shot. When a heroin addict is getting dope-sick, the body sends signals, often similar to catching the flu. It is the second time she has woken up this morning, in her camp in a construction zone between whistling trains and squeaking rats.

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Amazonen auf vier Rollen

(c) Luiza Puiu

(c) Luiza Puiu

Punkrock-Attitüde, Rangeleien, keine Spur von braven Mädchen von nebenan: Roller Derby ist ein Vollkontaktsport, der auf Rollschuhen und vorwiegend von Frauen ausgeübt wird.

Multimedia-Reportage: http://wienerzeitung.at/rollerderby

Punkrock dröhnt in voller Lautstärke aus den Lautsprechern, als Knock Out Nora, Karma Kalashnikov und ihre Kolleginnen einrollen. Jede der jungen Frauen auf Rollschuhen trägt Helm, Leggings, Mundschutz.

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Schmerz? Oder süßer Schmerz?

(c) Martina Velicky

Die heilige Stadt Rishikesh im Norden Indiens gilt als Welthauptstadt des Yoga. Bericht von einem Selbstversuch, sich in 28 Tagen zur Yogalehrerin ausbilden zu lassen. Ein junger Inder packt mich an der Schulter, presst sein Knie in meinen Rücken und dreht dessen oberen und den unteren Teil in zwei verschiedene Richtungen. Ich komme mir vor wie ein Stück nasse Wäsche, das ausgewunden wird. 15 angehende Yogalehrer harren in der Rumpfdrehung aus. Lehrer Prashanth – strahlend weiße Zähne, Ansatz eines Schnauzers und goldener Ring im Ohr – zählt in melodischem Singsang: „Eiiight, niiine, teeen“; das sind keine Sekunden, sondern Yogi-Atemzüge, also halbe Ewigkeiten. Wir sitzen am Boden, die Beine überkreuz, und während sich meine Gesichtszüge immer mehr verkrampfen, fixiert mich Prashanth mit seinem breiten Eddie-Murphie-Lächeln und fragt: „Schmerz? Oder süßer Schmerz?“

Diese Reportage ist am 25.4.2015 im „Extra“ in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Tanz den Suizid

(c) Janine Schranz

(c) Janine Schranz

Tanzunterricht bei Ko Murobushi, einem der großen Meister der japanischen Tanzform Butoh. Ein Selbstversuch. Ko Murobushi klatscht in die Hände und ich kippe, einen Todesschrei ausstoßend, steif wie ein Brett nach vorne. Meine Handflächen schnalzen auf den harten Boden und ich lande in der Liegestützposition. Wer hätte gedacht, dass ich mich bei meinem Freitod so lebendig fühle. Ob der Suizid „schön und grotesk“ anzusehen war, wie es der Butoh-Meister angeordnet hatte, weiß ich nicht, und es bleibt auch keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen: „Look from your grave“, sagt Murobushi in japanisch gefärbtem Englisch. Mein Blick trifft den einer Kursteilnehmerin ein Grab weiter. Mehr Fotos von den ImPulsTanz-Workshops 2014 (c) Janine Schranz.

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Liebesgrüße nach Moskau und Brüssel

(c) Lukas Hiller

Moldau könnte zum Spielball russischer Interessen werden – eine Reportage aus dem südosteuropäischen Entwicklungsland.

Chisinau. Der Fahrer steigt auf das Gaspedal, Evelina Cretu krallt ihre Fingernägel in den Vordersitz. Sie weiß, was jetzt kommt: Der Mini-Bus hat die Grenze zur Republik Moldau („Moldawien“, s. Wissen) passiert und brettert über Schlaglöcher. Lockert sie den Griff, hebt es sie aus dem Sitz. Die rumänische Grenze, die seit Rumäniens EU-Beitritt 2007 auch EU-Grenze ist, verkleinert sich im Rückspiegel. In vier Stunden wird der Bus sein Ziel erreichen, die moldauische Hauptstadt Chisinau. Die vorbeirauschenden Häuser sind unverputzt und mit grauem Wellblech bedacht, Bauern beackern die Felder mit Sensen. Ein Pferd, das einem Fuhrwerk voran gespannt ist, bäumt sich wiehernd auf.

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Wiener hilft in New York mit Visieren aus 3D-Druck

Michael Zeltner mit einem „Face Schild“ in New York.

In einem Hackerspace im New Yorker Stadtteil Manhattan hat Michael Zeltner bereits mehr als 23.500 Schutzmasken produziert.

Michael Zeltner sitzt zwischen bunten Plastikbügeln und 3D-Druckern, die rund um die Uhr vor sich hin rattern. Seit einem Monat arbeitet der 33-jährige Wiener an der Produktion von „Face-Shields“ (Schutzschilder, Visiere) für Krankenhauspersonal in der von der Corona-Krise gebeutelten US-Metropole New York.

Dieses Porträt ist am 1.5.2020 in der „Wiener Zeitung“ als Teil der Serie „Wie wir die Krise meistern“ erschienen.

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„Ich werde gefragt, was ‚Corona‘ ist“

Die Streetworkerin Carmen Stossfellner arbeitet mit Obdachlosen. Da sie täglich Kontakt zur Hochrisikogruppe hat, steht ihr Privatleben still.

Die Streetworkerin Carmen Stossfellner (c) privat

Die Straßen sind leerer, und marginalisierte Menschen sind sichtbarer als sonst. Auch die Sozialarbeiter, die in Wien unterwegs sind, sind weniger geworden. Die Streetworkerin Carmen Stossfellner ist eine von jenen, die noch auf die Straße geht. Jeden Tag begibt sich die 32-Jährige im Team mit einem Kollegen auf die Suche nach obdachlosen Menschen. Hinweise dafür, wer dringend Hilfe benötigt, erhält sie etwa über die „Kälte-App“ oder das „Kältetelefon“(01/480 45 53).

Dieses Porträt ist am 23.3.2020 in der „Wiener Zeitung“ als Teil der Serie „Wie wir die Krise meistern“ erschienen.

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Obdachlos in Zeiten der Krise

Essensausgaben sind derzeit nur eingeschränkt möglich. Stadt Wien öffnet ihre Notschlafstellen auch tagsüber.

(c) Lux und Lumen

Die Bevölkerung ist aufgerufen, zuhause zu bleiben. Doch was, wenn man kein Zuhause hat? Da obdachlose Menschen von Ausgehbeschränkungen noch stärker betroffen sind, öffnet die Stadt Wien ihre Notschlafstellen ab Mittwoch auch tagsüber, wie die „Wiener Zeitung“ aus dem Büro von Sozialstadtrat Peter Hacker erfuhr. Details will die Stadt Wien am Mittwoch bekannt geben.

Dieser Artikel ist am 17.3.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.

„Die Frauen kommen!“

Adelheid Popp, Auguste Fickert und Hildegard Burjan waren Feministinnen der ersten Stunde. Doch bis heute bleiben einige ihrer Forderungen unerfüllt.

„Wäre ich doch ein Mann.“ Diesen Satz habe sie immerzu wiederholt, schreibt Adelheid Popp (geb. 1869) in ihrem Erinnerungsband „Jugend einer Arbeiterin“, der im Vorjahr im Picus Verlag neu herausgegeben wurde. Darin ist auch zu lesen, wie sich Popp, die später einen Ruf als begnadete Rednerin erlangt, als junges Mädchen gefühlt hat: „[Bei einer Versammlung] hatte [ich] nicht einmal den Mut, Beifall zu spenden. Das hielt ich für unweiblich und nur für ein Recht für Männer. Auch wurde (…) nur für Männer gesprochen. Keiner der Redner wandte sich auch an Frauen (…). Es schien alles nur Männerleid und Männerelend zu sein.“

Aber auch von Leid und Elend weiß Popp zu berichten, stammte sie doch aus ärmlichsten Verhältnissen und musste nach nur drei Jahren Schulbildung als Kind in Fabriken arbeiten. Trotz der ungünstigen Ausgangslage wird sie Österreichs erste Berufspolitikerin und setzt sich ihr Leben lang für Frauen ein, die zu jener Zeit keinen Zugang zu höherer Bildung haben; für ihre Arbeit werden sie schlechter bezahlt, weshalb sie von männlichen Kollegen als Lohndrückerinnen und Billigkonkurrenz diffamiert werden. Das Lehrerinnen-Zölibat zwingt Frauen, ihre Arbeit nach der Heirat aufzugeben.

Dieser Artikel ist am 7.3.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.


„Die SPÖ hat kein Frauenproblem“

Frauenstadträtin Kathrin Gaál gibt sich offen für Stärkung des Gewaltschutzes und erzählt, wie sie zur Feministin wurde.

„Wiener Zeitung“: Mireille Ngosso, Vize-Bezirksvorsteherin im 1. Bezirk, ist als Kandidatin für die Wien-Wahl an der SPÖ-Basis gescheitert. Ex-Staatssekretärin Muna Duzdar kandidiert als Vorsitzende im 22. Bezirk, steht aber nicht auf dem Stimmzettel. Susanne Schaefer-Wiery, Bezirksvorsteherin im 5. Bezirk, ist aus der Partei ausgetreten. Hat die SPÖ ein Frauenproblem?

Dieses Interview ist am 5.3.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.

Vom Schulsystem allein gelassen

Eine Volksschullehrerin kündigt vier Wochen nach Schulbeginn. Was ist los in den Wiener Integrationsklassen?

Zwölf Jahre lang unterrichtete Gerda Huber*, eine zierliche Frau in ihren 50ern, in einer Volksschule im 11. Bezirk. Doch Ende September 2019, nach nur vier Wochen in einer 1. Klasse, zog sie einen Schlussstrich. Nach 27 Jahren als Pädagogin und wenige Jahre vor ihrer Pensionierung beantragte Huber die Auflösung des Dienstverhältnisses bei der Bildungsdirektion (die früher Stadtschulrat hieß, Anm.). Warum sie die Zustände an der Schule nicht mehr ertragen hat, erzählte sie der „Wiener Zeitung“ (teilweise in eigenen Worten, Namen der Lehrerinnen* von der Red. geändert).

„In der Gangpause kommt ein Mädchen zu mir und zeigt mir ein ‚Aua‘. Ich beuge mich zu ihr, betrachte ihren Finger, aber sehe nicht die geringste Verletzung. Ich vermute, sie will Aufmerksamkeit. Wer könnte ihr das verdenken, bin ich doch den ganzen Vormittag damit beschäftigt, die drei Kinder mit einer schweren geistigen Behinderung im Auge zu behalten. Ich antworte ihr: ‚Jetzt geht es gerade nicht, ich muss auf S. aufpassen.‘ Sie hat Verständnis und weiß, dass S. keine Sekunde ohne Aufsicht bleiben darf. S. hat, so wie die beiden anderen Buben, einen großen Entwicklungsrückstand. Sein Gleichgewichtssinn ist stark beeinträchtigt, dennoch ist er mobil. Er läuft gerade den Gang auf und ab und würde sofort die Stiege hinunterstürzen, wenn er versuchen würde, diese hinabzusteigen.“

Dieser Artikel ist am 31.3.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

Männerstammtische gegen Gewalt an Frauen

Wiener Projekt will Bewusstseinsbildung bei Männern fördern.

Wo bleibt der Aufschrei? Wo die Empörung? Allein heuer wurden in Österreich vier Frauen ermordet, drei weitere lebensgefährlich verletzt. „Femizide haben ein unerträgliches Ausmaß angenommen“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin der Autonomen Frauenhäuser. Am Donnerstag stellte sie vor Journalisten das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ vor und nahm die Politik in die Pflicht, „viel mehr Geld in Gewaltprävention zu stecken“.

Dieser Artikel ist am 13.2.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

„Das Kindeswohl geht vor“

In drei Fällen sollen Kinder, die in Österreich geboren wurden, mit ihrer Familie in die Ukraine abgeschoben werden.

Dieser Artikel ist am 6.2.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.

Integration schützt nicht unbedingt vor Ausweisung

In Wien haben Schüler gegen die Abschiebung eines 7-Jährigen protestiert.

Dienstagnachmittag, vor dem Bundeskanzleramt: „Timi muss bleiben“ skandieren an die hundert Schülerinnen und Schüler lautstark. Arnold Schwarzenegger, der Bundeskanzler Sebastian Kurz zum Thema Klimawandel einen Besuch abgestattet hat und gerade im schwarzen Van den Ballhausplatz verlässt, winkt den jungen Demonstranten zu. Und so mancher Passant fragt verwundert: „Wer ist Timi?“

Tatsächlich ist es nicht einfach, den Bub, der Ende dieser Woche das Land verlassen soll, in der Kinderschar ausfindig zu machen. Am ehesten erkennt man ihn an seiner roten Strickhaube – und an seinem nachdenklichen Blick.

Sobald Timi am Freitag sein Semesterzeugnis erhält, beginnt die Ungewissheit. Wird die Fremdenpolizei ihn abholen? Wird er mit seiner Familie in Schubhaft* kommen? Muss er fortan in der Ukraine leben, einem Land, in dem er noch nie war und dessen Sprache er nicht spricht? Oder darf er nach den Ferien wieder in seine Klasse zurückkehren?

Dieser Artikel ist am 29.1.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und in voller Länge hier nachzulesen.