SALON FIGL

Dichterin mit Rasierklinge

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(c) Jim Alexander – Beacon Press

Gewalt, Elend, Tod: Es gibt kaum ein Tabu, vor dem die Dichterin Sonia Sanchez zurückscheut. Die 81-Jährige ist eine Ikone der afro-amerikanischen Kunstbewegung.

„Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?“ Die US-amerikanische Literatin Sonia Sanchez verschwendet keine Zeit mit Trivialitäten, auch nicht in ihrem TED Talk-Vortrag zum Thema „was es bedeutet, ein Mensch zu sein“, indem sie ihrem Publikum mitgibt: „Wir sind alle gleich. Wir müssen lernen, einander zu respektieren. Ein Poet kreiert soziale Werte.“

Dieser Artikel ist am 6.8.2016 in der Wiener Zeitung erschienen. 
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Creating Social Values Through Poetry

sonia-sanchez_081-year-old Sonia Sanchez, whose poems talk about rape, violence and death, has never shied away from taboos. For many, she is an icon.

“What does it mean to be human?” is one of poet Sonia Sanchez’s favorite questions. The 81-year-old, who emerged in the black arts movement in the 1960s, and established black women studies at universities in California, doesn’t waste time over trivialities.

“How I tell the truth is a part of truth itself,” says Sanchez. The fact that she never makes anything up adds to the power of her poems, which often address rape, violence and death.

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Einkaufen mit Gemeinschaftssinn

160619-0332-img-0675Vor 43 Jahren schlossen sich in Brooklyn holten einige Menschen günstige Lebensmittel direkt von lokalen Produzenten. Heute ist die Park Slope Food Coop eine der größten und ältesten Lebensmittelkooperativen der USA. 

New York City. Einem jungen Mann, er schichtet Pfirsiche in ein Regal, rutscht die Schachtel aus der Hand, die roten Früchte kullern durch die engen Gänge. Die „Kunden“ manövrieren ihre Einkaufswägen geschickt vorbei, einige knien nieder und helfen mit, das gefallene Obst einzusammeln.

In der Park Slope Food Coop, einer der ältesten Lebensmittelkooperativen in den USA, setzt man seit 43 Jahren auf Zusammenarbeit. Heute ist sie mit 17.000 Mitgliedern die größte Food Coop des Landes, in der alle Mitglieder mitarbeiten müssen, die Unterscheidung zwischen „Kunde“ und „Mitarbiter“ gibt es de facto nicht. Das erklärt die teilweise ungeübten Arbeiter wie den Mann mit den Pfirsichen, aber auch die geringen Personalkosten.

Dieser Artikel ist am 14.6.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen. Eine Bildergalerie gibt’s hier.

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Harlem Renaissance

In New York arbeitet sich die Gentrifizierung unaufhaltsam nordwärts – und so könnte Central Harlem bald das neue Galerienviertel werden

Fried Chicken brutzelt in den Soul-Food-Restaurants, an den Ständen einiger Straßenverkäufer läuft Reggae-Musik, es riecht nach Räucherstäbchen. Willkommen in Harlem. Das also ist New Yorks neues Galerienviertel? Noch nicht, aber vielleicht schon bald. Elizabeth Dee und Gavin Brown machen den Anfang, ihre Galerien eröffnen im September nördlich des Central Park. Und auch der Berliner Johann König schaut sich gerade in der Gegend um.

Dieser Artikel ist am 31.5.2016 im Monopol Magazin erschienen.

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„Die Roten gibt’s nicht mehr“

160526-1805-948-0900-32991-270510stammtischExilanten und Wahl-New Yorker über die österreichischen und amerikanischen Präsidentschaftswahlen.

New York. Alle sind per du. Wer neu ist, stellt sich vor. Und genascht wird Marshmallow-Eis mit Mannerschnitten. Beim Emigranten-Stammtisch, der seit über 70 Jahren in New York wöchentlich stattfindet, geht es informell zu. In Trudy Jeremias Penthouse-Wohnung in der Upper East Side treffen sich Exilanten, Wahl-New Yorker und Durchreisende, um über Politik und Alltag zu plaudern. Gesprochen wird – bis auf wenige Ausnahmen – deutsch.

Dieser Artikel ist am 27.5.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

Bildergalerie Austrians in New York

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Das neue Met Breuer

Met Breuer

„Ich verteidige das Internet“

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„Wenn Mark Zuckerberg sagt, eine vernetzte Welt ist eine bessere Welt,dann glaube ich ihm das.“ © J. Smock

Der amerikanische Buchautor Jeff Jarvis über die Neuerfindung des Journalismus durch soziale Medien. 

„Wiener Zeitung“: Mr. Jarvis, eines vorweg: Das Interview soll auf Wunsch der Redaktion nicht zu „nerdig“ werden. Begreifen Sie sich als Nerd, sind Sie also ein Computerfreak?

Jeff Jarvis: Ich programmiere nicht, also bin ich kein richtiger Nerd. Aber ich wäre gerne einer, es wäre eine Ehre, ein Nerd zu sein, denn sie entwickeln die Zukunft. Ich war aber immer jener Typ im Newsroom, der sich mit Computern auskennt. Meine Karriere als Journalist begann in den 1970er Jahren bei der „Chicago Tribune“, damals kamen die ersten Computer auf. Ich arbeitete in der Nacht, wenn in Chicago Verbrechen begangen werden. Ich musste also dasitzen und warten, bis etwas passiert, habe mich gelangweilt, und begonnen, mit Computern herumzuspielen. Ich war der Einzige im Newsroom, der keine Angst vor Computern hatte, im Gegenteil, ich hatte Spaß, und das hat meinen Weg zur Technologie geebnet. 1981 habe ich mir den ersten tragbaren Computer gekauft, einen Osborne 1, für damals 2300 Dollar, und er war mein ganzer Stolz. Ich wurde schnell süchtig nach Computern, und als in den frühen 1980er Jahren Modems aufkamen, habe ich mir sofort eines gekauft. Das Web hat alles geändert.

Dieser Artikel ist am 30.4.2016 im „Extra“ der Wiener Zeitung erschienen und hier nachzulesen.  

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Zwischen Poesie und Konzeptkunst

New York kämpft sich durch das Erbe des Marcel Broodthaers

Dieser Artikel ist am 31.3.2016 im Monopol Magazin erschienen. 
Marcel Broodthaers gilt als „Künstler für Künstler“, und die konzeptuelle Ausrichtung der Ausstellung hat in den USA so manchen Kunstkritiker dazu veranlasst, ihr den Stempel „schwierig“ aufzudrücken. Sie bietet – neben den berühmten fragilen Skulpturen aus schwarzen Muscheln und beigen Eierschalen und dem blassrosa Teppich aus Sand – tatsächlich viel Stoff zum Lesen. Oder auch nicht: 1964 tauchte der damals 40-jährige Broodthaers 50 unverkaufte Kopien eines Gedichtbandes in nassen Verputz und machte sie unlesbar: Die Skulptur „Pense-Bête“ markiert den Bruch zwischen dem Poeten und dem Konzeptkünstler Broodthaers. Die Poesie blieb Konstante seiner Arbeit, einzig das Medium wandelte sich, wie der Kurzfilm „La Pluie“ (1969) verdeutlicht: Broodthaers schreibt mit Tinte auf weißem Papier, auch
wenn der Regen das Geschriebene wieder zerrinnen lässt.

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Ruhe nach dem Sturm

Ein Deli-Besitzer in Brooklyn beim Schneeschaufeln nach dem Blizzard.© Figl

Ein Deli-Besitzer in Brooklyn beim Schneeschaufeln nach dem Blizzard.

Schaufeln und Rodeln statt hektischem Treiben: Mit den Schneemassen kehrte in der Megacity New York Langsamkeit ein.

New York. Autos, Parkbänke, Fahrräder: Alles ist von einer meterhohen, strahlend weißen Schneedecke überzogen. Nachdem am Samstag einer der schwersten Schneestürme der vergangenen Jahrzehnte die US-Ostküste lahmgelegt hat, ist es in der Millionenmetropole New York ungewöhnlich still. In Brooklyn – nach Manhattan der am dichtesten besiedelte Bezirk der USA – sind am Sonntagmorgen nur wenige Menschen unterwegs.

Kein einziges Auto ist in Sicht, jene wenigen, die schon auf den Beinen sind, stapfen auf der Straße durch den Schnee, denn am Gehsteig würden sie knietief im Schnee versinken. „Eigentlich sollten seit 7 Uhr Früh die Busse wieder fahren, ich habe weit und breit keinen gesehen“, schimpft ein Mann. Er versucht nun, zu Fuss in die Arbeit zu gelangen.

Dieser Artikel ist am 24.1.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen. Eine Bildergalerie findet sich hier.

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The girl on the sidewalk

For 13 years, Alaska has been living on the streets of Portland.

(c) John Strieder

(c) John Strieder

Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Alaska sneezes herself awake. It is 8:15 A.M., and while alarm clocks remind people elsewhere that it is time to get ready for work, the sneezing reminds Alaska that it is time for her first shot. When a heroin addict is getting dope-sick, the body sends signals, often similar to catching the flu. It is the second time she has woken up this morning, in her camp in a construction zone between whistling trains and squeaking rats.

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