SALON FIGL

Tag: Schule

Das meditierende Klassenzimmer

Luiza PuiuDer Leistungsdruck an Schulen steigt. Immer öfter findet sich deshalb Achtsamkeit auf dem Stundenplan. Jugendliche, die auf Dreck starren – und das im Schulunterricht. „Hier, dieser Dreck! Das ist mir noch nie aufgefallen!“ sagt Lehrerin Verónica Pagura, Lehrerin an der Vienna International School. Sie steht im dunklen Klassenzimmer und leuchtet mit einer Taschenlampe auf einen grauen Fleck an der Decke. Die Teenager haben ihre Köpfe in den Nacken gelegt, ihre Blicke folgen dem Licht. Die Taschenlampe soll veranschaulichen, was passiert, wenn man still wird und seine Gedanken beobachtet.

Mindfulness statt Mathe: Heute steht in der Vienna International School im 22. Bezirk Achtsamkeit am Stundenplan. Denn für Kinder und Jugendliche nimmt der Stress immer mehr zu. Cyber-Mobbing, Pisa-Tests, und das Smart-Phone als ständiger Begleiter. Anstatt an dem System zu rütteln, holen sich immer mehr Schulen Hilfe in Form von alten Meditationstechniken. Diese kommt zwar aus der buddhistischen Tradition, wird im Unterricht aber säkular gelehrt.

Dieser Artikel ist am 10.5.2017 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.

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Der Gender-Effekt

Die Überraschung ist groß: Nicht nur in Mathematik, auch in Englisch bekamen Mädchen bei Zentralmatura öfter Fünfer. 90 Prozent der Maturanten konnten aufatmen: Sie haben trotz aller Startschwierigkeiten die standardisierte Reifeprüfung bestanden. Insgesamt schnitten Burschen etwas besser ab – und das nicht nur in Mathematik. Zur Verwunderung aller Beteiligten sind mehr Mädchen als Burschen in Englisch durchgefallen: „Das ist gegenläufig aller Trends, dass Mädchen in Sprachen besser abschneiden“, so die frühere AHS-Direktorin Heidi Schrodt. „Dass der Abstand zwischen Mädchen und Burschen bei standardisierten Mathematiktests größer ausfällt, ist bekannt. Aber ich bin erstaunt, dass das auch Englisch betrifft“, sagt auch Stefan Hopman vom Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Wien. Woran das liegt, kann derzeit nur gemutmaßt werden. Insgesamt sind im Problemfach Mathematik 10,5 Prozent der Schüler durchgerasselt, in Englisch sechs, in Deutsch drei Prozent. In Oberösterreich gab es anteilsmäßig die wenigsten Fünfer.

Dieser Artikel ist am 27.5.2015 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Stirbt die Handschrift?

(c) Ina Weber

(c) Ina Weber

Werden Kinder bald nicht mehr in der Lage sein, eine Notiz mit der Nachricht „Bin einkaufen, komme gleich wieder“ zu verfassen? Wird ihnen das kratzig-reibende Geräusch eines Bleistifts unbekannt sein, weil sie nur noch „in die Tasten hauen“? Werden sie gar nicht mehr von ihren Smartphones aufblicken? Dass die Finnen die Schreibschrift abschaffen und die Schule digitaler wird, ist jedenfalls kein Grund für Kulturpessimismus. Eine Analyse

Dieser Artikel ist am 1.2.2015 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Wir müssen reden

(c) Stanislav Jenis

Pause in einer jüdischen Schule in Wien. (c) Jenis

Wissen, Anerkennung, Wertschätzung. Wie in der Schule der Fanatisierung von Jugendlichen vorgebeugt werden kann. Junge Männer und Frauen, die in den „Heiligen Krieg“ ziehen und bereit sind, als Märtyrer zu sterben. Jugendliche, die sich Pegida anschließen, um der „Islamisierung des Abendlandes“ etwas entgegenzusetzen. Fußballfans, die unter dem Slogan „Hooligans gegen Salafisten“ islamfeindliche Stimmung verbreiten und vor gewaltsamen Übergriffen nicht zurückschrecken. Und nicht zuletzt junge Muslime, die mit Morden und Geiselnahmen Paris in Angst und Schrecken versetzen.

Dieser Artikel ist am 15.1.2015 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Die IS-Fahne im Lehrerzimmer

Die Radikalisierung von Jugendlichen sollte so früh wie möglich erkannt werden – doch Österreich hinkt nach. Rund 150 Extremisten aus Österreich sind inzwischen nach Syrien gezogen, um für den Islamischen Staat (IS) zu kämpfen. Das ist ein verhältnismäßig hoher Anteil, 60 der jungen Männer und Frauen sind wieder zurückgekehrt. Nun steht Österreich vor der großen Frage: Was kann gegen die Radikalisierung von Jugendlichen unternommen werden?

Dieser Artikel ist am 24.10.2014 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Bildungs-Vorbilder

 Lehrerin Claudia Müllauer mit ihrer 3. Klasse der NMS in Wien-Favoriten.© Jenis


Lehrerin Claudia Müllauer mit ihrer 3. Klasse der NMS in Wien-Favoriten.© Jenis

Akademiker und Jugendliche lernen mit Kindern aus benachteiligten Familien

„Wovon träumt ihr?“, fragt die Klassenlehrerin Claudia Müllauer in lupenreinem Englisch. Ein Schüler zeigt auf und antwortet – nicht ganz so akzentfrei, aber immerhin auch auf Englisch -, er wäre gerne sein eigener Chef. 10 Uhr Vormittag in der 3b in der Neuen Mittelschule Leibnizgasse in Wien-Favoriten. In der Englischsstunde sollen die 12- bis 13-Jährigen ihre Zukunftswünsche auf weißes Papier schreiben. Trotz des großen A3-Formats sagt eine Schülerin nach einer Viertelstunde: „Mein Blatt ist voll.“

Dieser Artikel ist am 19.9.2014 in der „Wiener Zeitung“ erschinen und hier nachzulesen.

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„Besser als nichts“

(c) S. Jenis

Die „Wiener Lerntafel“ organisiert Gratis-Nachhilfe für schwache Schüler seit Jahren – wie lange noch, ist ungewiss
Vor knapp zwei Wochen ist der Schulbetrieb an den Wiener Schulen gestartet, und im Oktober wird auch die „Förderung 2.0“ – die neue Förderschiene der Stadt Wien für schwache Schüler – anlaufen. „Derzeit wird der Bedarf erhoben“, heißt es aus dem Büro vom zuständigen Stadtrat Christian Oxonitsch. Die Stadt Wien hat angekündigt, ab diesem Schuljahr Förderstunden für lernschwache Volksschulkinder anzubieten. Ab 2015 soll das Angebot auf die Neue Mittelschulen, Hauptschulen und AHS-Unterstufe ausgeweitet werden, insgesamt kostet das 20 Millionen Euro pro Jahr.

Dieser Artikel ist am 12.9.2014 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Eine Schule, nicht wie damals

(c) Stanislav Jenis

(c) Stanislav Jenis

Mehr als Landwirt: Ausbildung und späteres Betätigungsfeld der Bauern sind breiter geworden – doch Betriebs- und Haushaltsmanagement bedienen nach wie vor konservative Rollenmuster
In der Ferne drehen sich Windräder im Kreis, grüne Felder, so weit das Auge reicht. Aus den Stallungen ertönt Stiergebrüll. Während Schüler anderswo ihre Pausen in grauen Schulhöfen verbringen, erstreckt sich das Gelände der landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) in Obersiebenbrunn auf knapp 50 Hektar: Apfelbäume säumen die Wege, auf den Feldern wächst so ziemlich alles, von Erdäpfel über Sonnenblumen bis hin zu Mais. Der Ort im Bezirk Gänserndorf ist eine halbe Stunde von Wien entfernt, für 160 Jugendliche hat hier vergangene Woche das neue Schuljahr begonnen.

Dieser Artikel ist am 8.9.2014 in der „Wiener Zeitung“ erschinen und hier nachzulesen.

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Die Selektion am Zebrastreifen

Mehrsprachigkeit als Nachteil, vernachlässigte Frühförderung und Chancenungleichheit: Im österreichischen Bildungssystem liegt einiges im Argen.
Wann immer ich an die Ungerechtigkeiten im Bereich Bildung denke, denke ich an einen Zebrastreifen. Nicht an irgendeinen Zebrastreifen, sondern an jenen, der Teil meines täglichen Schulwegs war. Auf der einen Seite besagter Straßenmarkierung waren Anfang der 1980er Jahre Reihenhäuser und Genossenschaftsbauten entstanden, hier waren in die Mittelschicht aufstrebende Jungfamilien eingezogen. Auf der anderen Straßenseite befand sich ein um etwa zehn Jahre älterer Gemeindebau, der nicht nur aus kindlicher Perspektive riesig anmutete: In 15 Stiegenhäusern lebten, und leben bis heute, etwa 3000 Menschen.

Dieser Artikel ist am 29.9.2014 im Wiener Journal erschinen und hier nachzulesen.

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Die Moral der G’schicht. . .

Ausgewogenes Verhältnis zwischen Ethik und Religion an Gymnasium in Wien-Liesing
Ein Schiff kentert, die Passagiere flüchten in ein Rettungsboot. Dieses ist zu schwer und droht zu sinken. Dürfen Menschen geopfert werden, um das Überleben von vielen zu sichern? Fragen wie diese werden im Ethikunterricht diskutiert. Derzeit gibt es ihn als Schulversuch an rund 200 Standorten. Direktoren können im Rahmen der Schulautonomie entscheiden, ob sie das Fach anbieten.

Dieser Artikel ist am 11.2.2014 in der Wiener Zeitung erschienen.

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