SALON FIGL

Tag: Kultur

Tanz den Suizid

(c) Janine Schranz

(c) Janine Schranz

Tanzunterricht bei Ko Murobushi, einem der großen Meister der japanischen Tanzform Butoh. Ein Selbstversuch. Ko Murobushi klatscht in die Hände und ich kippe, einen Todesschrei ausstoßend, steif wie ein Brett nach vorne. Meine Handflächen schnalzen auf den harten Boden und ich lande in der Liegestützposition. Wer hätte gedacht, dass ich mich bei meinem Freitod so lebendig fühle. Ob der Suizid „schön und grotesk“ anzusehen war, wie es der Butoh-Meister angeordnet hatte, weiß ich nicht, und es bleibt auch keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen: „Look from your grave“, sagt Murobushi in japanisch gefärbtem Englisch. Mein Blick trifft den einer Kursteilnehmerin ein Grab weiter. Mehr Fotos von den ImPulsTanz-Workshops 2014 (c) Janine Schranz.

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Er schnippt wieder mit dem Finger

CD-Rezension „Hallo Welt“ von Max Herre

Max Herre kehrt mit seinem dritten Solo-Album zum Rap zurück, ohne dabei der Soulmusik den Rücken zu kehren. Eingängige Melodien, kluge Texte und Zeilen, die wie von selbst fließen: „Man fand ihn immer, daheim in seinem Zimmer / er nickte mit dem Kopf und schnippte mit dem Finger“ – das alles erinnert unweigerlich an die Anfänge bei Herres früheren Band „Freundeskreis“.

Dieser Artikel ist am 29.09.2012 im „Extra“ erschienen.

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Fake-Bettel-Inserat im „Augustin“

Tag der Bettelei: Gefälschte Anzeige mit Corporate Design der Stadt Wien.

Ein Inserat mit dem Slogan „Geben macht glücklich“ in der aktuellen Ausgabe der Obdachlosenzeitung „Augustin“ macht von sich reden: In diesem wird dazu aufgerufen, Bettelei zu unterstützen – und diese Werbeeinschaltung ist mit dem Schriftzug der Stadt Wien versehen.

Dieser Artikel ist am 20.09.2012 in der Wiener Zeitung erschienen.

Zum Original-Artikel & Zur „Auflösung“

 

„Darf ich dir meine Plattensammlung zeigen?“

„Beatles oder Rolling Stones?“ lautet die wohl meistgestellte Frage unter Musikliebhabern. Aus den Live-Performances von „Love Me Do“ oder „I Can’t Get No“ nicht wegzudenken sind kreischende Frauen in der ersten Reihe. Das ist Jahrzehnte her, inzwischen verkaufen Popstars wie Lady Gaga am meisten Platten.

Diese Analyse ist am 16.06.2012 in der „Wiener Zeitung“ erschienen

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„Wir sind ja gar nicht so böse“

ChickLit

(c) Andreas Pessenlehner

Erschinen in der „Wiener Zeitung“ am 08.02.2012

Wien hat mit „ChickLit“ in der Kleeblattgasse im 1. Bezirk wieder eine feministische Buchhandlung. Drei Frauen über langsame Erfolge, Literatur und pro-feministische Männer

Wien. Eine Generation liegt zwischen ihnen, es eint sie die Leidenschaft zu Büchern, vorzugsweise von Frauen geschrieben. Und sie bezeichnen sich als Feministinnen – was sich früher viele nicht trauten, berichtet Eva Geber. Die Buchautorin war 31 Jahre lang Redakteurin der Frauenzeitschrift „AUF“, die im vergangenen Jahr eingestellt wurde. Doch den dahinterstehenden „Verein zur Förderung feministischer Projekte“ gibt es noch – und dieser fördert unter anderem die Buchhandlung „ChickLit“, die vergangene Woche in den Räumen der ehemaligen „AUF“-Redaktion in der Wiener Kleeblattgasse 7 seine Pforten geöffnet hat.

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Ö1-Beitrag: Wohnen im Ausstellungsraum

Beim Projekt „art.homes“ in Istanbul werden Wohnungen zu Ausstellungsräumen

Kunst im Museum oder Galerien zu zeigen, interessiert Mehmet Dayi nicht. Der Kurator bevorzugt „unmögliche Räume“ wie Hotels oder Keller. Bei seinem aktuellen Projekt „art.homes“ in Istanbul hat er 20 junge Künstler dazu aufgefordert, gewöhnliche Wohnungen in Kunstlabore zu verwandeln. Die Bildhauer, Maler und Grafikdesigner stammen zur einen Hälfte aus München, zur anderen aus Istanbul. Sie leben und arbeiten drei Wochen lang in deutsch-türkischen Wohngemeinschaften.

Ö1- Kulturjournal vom 24.11.2010

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Ö1-Interview mit Autorin Asli Erdogan

Pro-kurdisch, links und feministisch: Die türkische Autorin Asli Erdogan eckt in ihrer Heimat an. Für die Literaturzeitschrift „Lire“ ist sie eine der fünfzig wichtigsten Schriftstellerinnen der Zukunft, sie erhielt den „Sait-Faik-Preis“, den bedeutendsten Literaturpreis der Türkei.

Lesen und hören Sie hier den Originalbeitrag auf Ö1: http://oe1.orf.at/artikel/285629

Trotzdem ist sie in ihrer Heimat nicht sehr bekannt. Sie sagt, als Frau habe man es als politisch Andersdenkende noch schwerer, denn die Türkei sei eines der größten Macholänder der Welt: „Natürlich ist dieser Machismo nicht so gewaltig. Wenn du eine Frau bist und die Karten richtig spielst, kannst du eine raketenartige Karriere hinlegen. Die Männer sitzen auf den mächtigen Posten, und alles was du tun musst, ist ihrem Ideal einer Frau zu entsprechen. Wenn du aber links, pro-kurdisch, pro-armenisch und eine Feministin bist und – sagen wir – lockere Moralvorstellungen hast, dann vergiss es. Sie geben dir keine Chance, auch nur zu atmen.“

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Ö1-Porträt Christiane Rösinger

Rösingers erstes Solo-Album: Die traurigste Platte aller Zeiten

Christiane Rösinger wurde als Sängerin der Berliner Bands Britta und Lassie Singers bekannt. Seit kurzem ist sie auch auf Solo-Pfaden unterwegs – und schon wird sie von Kritikern als „beste lebende deutsche Songwriterin“ gehuldigt und mit Bob Dylan verglichen.

Kulturjournal vom 29.03.2011

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Ö1-Bericht über Musikunterricht

Musik ist nach wie vor ein Randthema an Österreichs Schulen

Pisa und Mini-Matura, Gesamtschule und Bildungsvolksbegehren – Schulthemen werden politisch heiß diskutiert. Doch wie wirkt sich das auf den Stundenplan aus? Bleibt da noch Platz für Kunst? Musik in den Schulen ist sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch an den Schulen meistens ein Randthema.

Der Ö1-Beitrag ist am 03.02.2011 als Kulturjournal gesendet worden und ist hier nachzuhören.

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Ö1-Bericht über Schmutz und Schund

Von Donald Duck bis zum Film Noir

Die zarten Anfänge der Popkultur im Österreich der Nachkriegszeit wurden zumeist als „Schmutz und Schund“ bewertet. Was da vorwiegend aus den USA nach Europa schwappte wurde häufig als Bedrohung empfunden. Die Medienforscherin und Historikerin Edith Blaschitz hat dises heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Phänomen erforscht und auch mit ganz ähnlichen heutigen Ängsten verglichen.

Dieser Beitrag wurde am 4.1.2011 im Ö1-Mittagsjournal gesendet und ist hier nachzuhören.

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