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Tag: Bildung

„Für mich war Schule eine transformative Erfahrung“

Der US-amerikanische Bildungsminister John King über Studienkredite, frühkindliche Erziehung und wie Schule sein Leben rettete.

"Kürzungen der Staatsausgaben hatten zur Folge, dass Studieren teurer wurde. Diesen Kurs müssen die Bundesstaaten revidieren", sagt King.

„Kürzungen der Staatsausgaben hatten zur Folge, dass Studieren teurer wurde. Diesen Kurs müssen die Bundesstaaten revidieren“, sagt King.

Studienkredite waren ein viel diskutiertes Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Präsident Barack Obama hat seinen Kredit bis 2004 zurückbezahlt, damals war er Senator im US-Staat Illinois. Haben Sie Ihre Uni-Schulden schon abbezahlt?

John B. King Jr.: Nein, noch nicht. Meine Frau und ich haben beide (unter anderen, Anm.) in Harvard studiert, und wir hoffen, dass wir die Schulden abbezahlt haben, bevor unsere Töchter ans College gehen.

Das Interview ist am 4.11.2016 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

Welche Maßnahmen haben Sie in diesem Bereich gesetzt?

Wir haben 60 Milliarden Dollar, die sonst Banken bekommen hätten, als Direktkredite an Studierende vergeben, Pell Grants (staatliche Stipendien für Bachelor-Studierende mit geringem Einkommen, Anm.) um über 1000 Dollar pro Stipendiat erhöht, es gibt Steuergutschriften, und Präsident Obama hat einkommensbezogene Rückzahlungen eingeführt (staatliche Kredite müssen nur bis zu maximal 10 Prozent des Jahreseinkommens zurückbezahlt werden – hat ein Absolvent den Kredit innerhalb von 20 Jahren nicht zurückgezahlt, werden die Schulden erlassen, Anm.)

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„The military is interested“

After reporting by Wiener Zeitung revealed that the Pentagon finances science projects at Austria’s public universities, many questions have arisen. Among them: What strategy is the Pentagon pursuing?

Some of the answers can be found in strategic Pentagon papers acquired by Wiener Zeitung that mention Austria explicitly. Specifically, the Air Force Research Laboratory’s paper states that Austria is interesting because of its research in quantum technology and says there are “major advances through EU research centers.”

This article was published in Wiener Zeitung, print and online, on the 10th of July, 2014. http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/bildung/uni/644293_Militaerisch-interessant.html

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„Auch Frauen können Faschistinnen sein“

Queer-FeminisInnen unter sich: Tiina Rosenberg und Martin J. Gössl.  © Luiza Puiu

Queer-FeminisInnen unter sich: Tiina Rosenberg und Martin J. Gössl. © Luiza Puiu

Tiina Rosenberg, Gründerin der feministischen Partei in Schweden, will sich nicht mit Frauen wie Marine Le Pen solidarisieren. Gemeinsam mit Martin J. Gössl spricht sie im Interview über Queer-Feminismus und Bubenarbeit, Arbeiterkinder und das diskriminierende Schulsystem in Österreich sowie über Studiengebühren im Zeitalter des Postkolonialismus.

Was fehlt Ihnen bisher an den Diskussionen beim Europäischen Forum Alpbach?

Tiina Rosenberg: Bis jetzt hat niemand über Arbeiterkinder gesprochen. Ich bin immer erstaunt, wenn Menschen sagen, es gäbe keine gesellschaftliche Klassen mehr. Doch sehen wir uns das Schulsystem in Deutschland oder Österreich an: Dass man sich im Alter von zehn Jahren zwischen Hauptschule (oder Neuer Mittelschule, Anm.) und Gymnasium entscheiden muss, ist diskriminierend. An ersterem werden Jugendliche für den Alltag ausgebildet, an akademischen Gymnasien wird ihnen Allgemeinbildung vermittelt. Sie wissen, wo sie nachsehen, wenn sie etwas nicht wissen.

Das Interview ist am 22.8.2014 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Studiengebühren „nicht ad acta“

(c) Luiza Puiu

(c) Luiza Puiu

Wissenschaftsminister Mitterlehner spricht sich für Gebühren und Zugangsbeschränkungen aus. ÖH und SPÖ: Im Regierungsprogramm „keine Rede davon“

Aus der Reihe tanzen, lächeln, mit Fremden sprechen: Mit diesen Regeln starteten am Mittwoch die Hochschulgespräche des Europäischen Forums in Alpbach. Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner hält sich in seiner Eröffnungsrede vor allem an die erste Regel, indem er die Diskussion um die Studiengebühren aufwärmt.

Dieser Artikel ist am 20.8.2014 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Die weiblichen Science Busters

Miriam Morgenbesser (l.) und Valeria Plohovich studieren Technische Physik an der TU Wien. (c) Stanislav Jenis

Miriam Morgenbesser (l.) und Valeria Plohovich studieren Technische Physik an der TU Wien. (c) Stanislav Jenis

Drei Prozent mehr Studentinnen an der TU Wien in sechs Jahren: bescheidene Erfolge in den Mint-Fächern
Eine blonde, im Denken eher langsame junge Frau wohnt Tür an Tür mit Wissenschafts-Freaks, die aus ihren hohen Intelligenzquotienten keinen Hehl machen. Um klischeehafte Rollenzuschreibungen wie in der US-Serie „Big Bang Theory“ zu sehen, muss man nicht ins amerikanische Fernsehen wechseln. In der ORF-Sendung „Science Busters“ fachsimpeln die beiden Physiker Heinz Oberhummer und Martin Gruber in Kabarett-Manier über Moleküle und Atome. Vielleicht können sie die nicht belegbaren biologischen Unterschiede in den technischen Fertigkeiten von Frauen und Männern erklären, denn der Glaube an diese ist – nicht zuletzt in Naturwissenschaften und Technik – nach wie vor verbreitet. Gerne wird auf das unterschiedliche Abschneiden bei Tests verwiesen, bei denen logisches Denken abgefragt wird.

Dieser Artikel ist am 15.10.2013 in der Wiener Zeitung erschienen und im Original hier nachzulesen.

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Eine ungemolkene Cashcow

Tief in die Tasche greifen müssen Studierende, wenn sie bei Facultas einkaufen - einzig beim Kopieren sparen sie sich ein paar Euro. (c) Luiza Puiu

ÖH-Buchhandlung Facultas sitzt auf 8 Millionen Euro Rücklagen – Studierende haben kaum etwas davon – aus dem kleinen Kopierladen wurde Österreichs viertgrößtes Verlagshaus.
Acht Millionen Euro Rücklagen auf der hohen Kante, 400.000 Euro Gewinn machte Facultas im Vorjahr. Das meiste Geld wird mit dem Verkauf von Büchern gescheffelt, ihre Pflichtlektüre bekommen Studierende oft ausschließlich hier. Was viele von ihnen nicht wissen: Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) ist Eigentümerin des inzwischen viertgrößten Buchhandelsverlags Österreichs. Zu 50 Prozent gehört Facultas der ÖH an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, zu 50 Prozent der ÖH an der Uni Wien – und damit jener Körperschaft, die vor zwei Jahren das Café Rosa in der Währinger Straße gepachtet und mehr als 500.000 Euro in den Sand gesetzt hat.

Dieser Artikel ist am 20. Juli 2013 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und im Original hier nachzulesen.

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„Hierzubleiben wäre blöd“

Kaum Förderungen und Perspektiven für wissenschaftlichen Nachwuchs in Österreich.

„Wer die Chance hat wegzugehen und es nicht tut, ist blöd.“ Es mag provokant klingen, doch für viele junge österreichische Wissenschafter ist der Weg ins Ausland nur logisch. Er kenne „jede Menge Leute“, die bereits weg sind, sagt Thomas Schmidinger, Politikwissenschafter an der Universität Wien, zur „Wiener Zeitung“. In Stockholm etwa locken unbefristete Stellen mit Kinderbetreuung: „Ein Traum“, so Schmidinger. Dass die Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft prekär sind, ist zwar kein rein österreichisches Phänomen – dass es kaum Nachwuchsförderung gibt, jedoch schon, so der Politologe.

Der Artikel ist am 27.09.2012 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Von den 68ern blieb nicht viel

StŸützlehrerin Hermine Wittmann

StŸützlehrerin Hermine Wittmann (c) Slanislav Jenis

50 Sonderpädagogen arbeiten in Wien als Stützlehrer – fraglich, wie lange noch. Auch 30 Jahre nach ihrer Einführung bleiben die Stützlehrer kritisch: „Verkrustetes Schulsystem ist lebensabtötend“

Wien. Man könnte meinen, ihnen wäre zum Feiern zumute, doch 30 Jahre nach ihrer Gründung geben sie sich enttäuscht, wütend und desillusioniert. In den 80ern sind die Stützlehrer – ihres Zeichens Kinder der 68er-Bewegung – angetreten, um das Schulsystem zu verändern: Lernschwache Schüler sollten nicht mehr in Sonderschulen abgeschoben, die Klassenräume offener werden.

Dieser Artikel ist am 08.06.2012 in der „Wiener Zeitung“ erschienen

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Es fehlt der Kindergarten-Coup

Veronika im Kindergarten Gatterhölzl in Wien

Kein Kollektivvertrag, Bezahlung unter Mindestlohn, keine universitäre Ausbildung und Kompetenzdschungel – und die Länder stellen sich bei bundesweiter Reform der Elementarpädagogik quer.

Wien. Wie es um die Anerkennung eines Berufes bestellt ist, ist schnell ermittelt. Gibt man etwa an, Journalist zu sein, zeigt sich das Gegenüber meist interessiert, fragt nach. Kindergartenpädagogen werden hingegen oft mit einem „Mei, lieb“ belächelt. Fehlende Wertschätzung plus teils miserable Arbeitsbedingungen ergeben fehlende Pädagogen – in Wien etwa 200, also springen oft Assistentinnen ohne Ausbildung ein.

Dieser Artikel ist am 25.05.2012 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

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Am heiligen Gral wird heftig gerüttelt

Studiengebühren reloaded – eine Analyse in der „Wiener Zeitung“ vom 23.07.2011

Physik bleibt gratis, für Psychologie muss man zahlen: Die Höhe von Studiengebühren soll sich nach der Nachfrage an Absolventen eines Studienfaches richten. So die Idee von Vizekanzler Michael Spindelegger. Weiterlesen…