SALON FIGL

Das ist die Homepage der Journalistin Bettina Figl

Tag: Feminismus

Jucken und Brennen als ständige Begleiter

Illustration: Irma Tulek

Bis Frauen dahinterkommen, warum ihre Vulva schmerzt, vergehen oft Jahre. Denn die Krankheiten Vulvodynie und Lichen sclerosus sind weit verbreitet, aber kaum bekannt. In Wien hat sich ein Netzwerk formiert, um zu helfen. Dieser Artikel ist am 12.12.2020 in der Wiener Zeitung erschienen.

Ein stechender Schmerz, der sich wie Nadelstiche in die Vulva bohrt. Dazu Brennen und Jucken, an Sex oder Schwimmen ist nicht zu denken. Diese ersten Symptome spürt die Wienerin Doris Muth*, die heute 34 Jahre alt ist, vor fünf Jahren. Anfangs glaubt sie, es sei ein Harnwegsinfekt oder ein Pilz, doch das kann schnell ausgeschlossen werden. Die Angestellte arbeitet in einem Magistrat der Stadt Wien, ein typischer Bürojob mit langem, inzwischen schmerzhaftem Sitzen. Sie betreut eine Partei nach der anderen, zwischendurch eilt sie ständig zur Toilette.

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Masai-Krieger ziehen in den Tourismus

Ein kenianisches Masai-Dorf will mit einem ökologischen Safari-Camp alles anders machen – und doch bleibt angesichts der Kolonialgeschichte des Landes ein unbehagliches Gefühl zurück.

Die Hochspringer

Ein Dutzend Masai nähert sich in rhythmischen Schritten. Die jungen Männer tragen üppigen Kopfschmuck, hölzerne Gehstöcke und Baumwolldecken mit Karo-Muster in knalligem Rot, über die Schulter geworfen wie eine Toga. Auf dem staubigen Erdboden bremsen sie sich ein, reihen sich auf, und dann tritt abwechselnd einer von ihnen hervor, und springt, so hoch er nur kann, in die Luft. Die restlichen Masai begleiten den springenden Masai-Krieger wie Background-Sänger mit Sing-Sang und dem Klimpern ihrer Halsketten.

Dieser Artikel ist als multimediale Scrollstory ist im Juli 2017 in der Wiener Zeitung erschienen.

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„Die Frauen kommen!“

Adelheid Popp, Auguste Fickert und Hildegard Burjan waren Feministinnen der ersten Stunde. Doch bis heute bleiben einige ihrer Forderungen unerfüllt.

„Wäre ich doch ein Mann.“ Diesen Satz habe sie immerzu wiederholt, schreibt Adelheid Popp (geb. 1869) in ihrem Erinnerungsband „Jugend einer Arbeiterin“, der im Vorjahr im Picus Verlag neu herausgegeben wurde. Darin ist auch zu lesen, wie sich Popp, die später einen Ruf als begnadete Rednerin erlangt, als junges Mädchen gefühlt hat: „[Bei einer Versammlung] hatte [ich] nicht einmal den Mut, Beifall zu spenden. Das hielt ich für unweiblich und nur für ein Recht für Männer. Auch wurde (…) nur für Männer gesprochen. Keiner der Redner wandte sich auch an Frauen (…). Es schien alles nur Männerleid und Männerelend zu sein.“

Aber auch von Leid und Elend weiß Popp zu berichten, stammte sie doch aus ärmlichsten Verhältnissen und musste nach nur drei Jahren Schulbildung als Kind in Fabriken arbeiten. Trotz der ungünstigen Ausgangslage wird sie Österreichs erste Berufspolitikerin und setzt sich ihr Leben lang für Frauen ein, die zu jener Zeit keinen Zugang zu höherer Bildung haben; für ihre Arbeit werden sie schlechter bezahlt, weshalb sie von männlichen Kollegen als Lohndrückerinnen und Billigkonkurrenz diffamiert werden. Das Lehrerinnen-Zölibat zwingt Frauen, ihre Arbeit nach der Heirat aufzugeben.

Dieser Artikel ist am 7.3.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.


„Die SPÖ hat kein Frauenproblem“

Frauenstadträtin Kathrin Gaál gibt sich offen für Stärkung des Gewaltschutzes und erzählt, wie sie zur Feministin wurde.

„Wiener Zeitung“: Mireille Ngosso, Vize-Bezirksvorsteherin im 1. Bezirk, ist als Kandidatin für die Wien-Wahl an der SPÖ-Basis gescheitert. Ex-Staatssekretärin Muna Duzdar kandidiert als Vorsitzende im 22. Bezirk, steht aber nicht auf dem Stimmzettel. Susanne Schaefer-Wiery, Bezirksvorsteherin im 5. Bezirk, ist aus der Partei ausgetreten. Hat die SPÖ ein Frauenproblem?

Dieses Interview ist am 5.3.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.

Männerstammtische gegen Gewalt an Frauen

Wiener Projekt will Bewusstseinsbildung bei Männern fördern.

Wo bleibt der Aufschrei? Wo die Empörung? Allein heuer wurden in Österreich vier Frauen ermordet, drei weitere lebensgefährlich verletzt. „Femizide haben ein unerträgliches Ausmaß angenommen“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin der Autonomen Frauenhäuser. Am Donnerstag stellte sie vor Journalisten das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ vor und nahm die Politik in die Pflicht, „viel mehr Geld in Gewaltprävention zu stecken“.

Dieser Artikel ist am 13.2.2020 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.

„Hauptschuld trägt das Patriarchat“

CARE Österreich

CARE Österreich

Im Interview spricht die Juristin und Menschenrechtsaktivistin Eunice Musiime über die Schwierigkeit, Gleichberechtigung in Uganda zu verankern. Das Interview ist am 27.11.2018 in der „Wiener Zeitung“ erschienen. 

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Schön im Schritt

Die einen lassen sich ihre Schamlippen kürzen, die anderen feiern die Vulva als Kunstobjekt. Das weibliche Geschlecht als Kampfzone und Goldgrube.

Unten ohne und breitbeinig sitzt Anna Daxbacher in einem Ohrensessel, während ihr die Künstlerin Gloria Dimmel graue Abdruckmasse auf das Genital schmiert. In einer Privatwohnung im 17. Bezirk lässt sie einen Gipsabdruck ihrer Vulva – dem äußeren weiblichen Geschlecht – anfertigen. Wozu? „Man sieht sich nie so“, sagt die junge Frau mit den tätowierten Armen. „Also nicht in dieser Perspektive, nicht in 3D.“ Dimmel startete das Projekt im Selbstexperiment nach Vorbild des britischen Künstlers Jamie McCartney, der in Brighton mit einer Wand aus 400 Vagina-Abdrücken im Vorjahr Furore machte. Ziel dieser Aktionen ist es, die Vielfalt der Vulven zu zeigen. Dieser Artikel ist am 23.7.2018 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.
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„Von der sexuellen Befreiung der Frau sind wir weit entfernt“

Regisseurin Gabriele Schweiger (c) Gisela Erlacher

Regisseurin Gabriele Schweiger (c) Gabi Schweiger

Regisseurin Gabriele Schweiger über weibliche Schamgefühle, Schönheitsideale und ihren neuen Dokumenatfilm „Viva la Vulva“.

Frau Schweiger, Wie kamen Sie auf die Idee, einen Film über die Vulva zu drehen?

Gabriele Schweiger: Vor einigen Jahren habe ich einen Vortrag eines bekannten Wiener Schönheitschirurgen besucht. Der zeigte Bilder von größeren oder asymmetrischen Schamlippen, und sagte, er verstehe, dass diese Frauen eine OP wollen. Ich habe mir gedacht: „Das schaut ganz normal aus.“ Und dann sagte er, er würde nie eine Frau operieren, die nicht freiwillig zu ihm kommt. Ich frage mich: Wie frei ist diese Entscheidung?

Dieses Interview ist am 21.7.2018 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.
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Feministinnen braucht das Acholi-Land

thumb_DSC_1524_1024Krieg, Flucht und Gewalt haben Frauen in Uganda schwer getroffen. Gemeinsam überwinden sie ihr Trauma.

Christine Auma bahnt sich den Weg durch das Dickicht, bis sie das Dorf erreicht. Mit einem Lappen wischt sie sich den Schweiß von der Stirn, dann wendet sie sich den Männern zu, die im Schatten eines Mangobaums sitzen. Vor ihnen geht sie auf die Knie, ihr zitronenfarbenes Kleid berührt kurz den roten Erdboden. Die kniende Begrüßung gilt in vielen afrikanischen Stämmen als Zeichen des Respekts.

So auch bei den Acholi, jener Stammesgruppe, die im Norden Ugandas beheimatet ist. Lehmhütten mit Strohdächern und Solarzellen, eine Oase inmitten von Bananenbäumen: Auma lebt in einem kleinen Dorf nahe Pader. Die Hauptstadt der gleichnamigen Region im Norden Ugandas wurde im Jahr 2000 aus dem Boden gestampft. Damals hatten sich hier viele Hilfsorganisationen angesiedelt, um den Wiederaufbau nach dem ugandischen Bürgerkrieg zu unterstützen. Dieser Artikel ist am 7.6.2018 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Emanzipation auf Kenianisch

B. Figl

B. Figl

In Kenias patriarchaler Gesellschaft haben Frauen kaum Rechte. Ein EU-Projekt will das ändern. Ein Mann schlägt auf seine schwangere Ehefrau ein, bis sie auf dem Boden liegt. Ihre Wehen beginnen, er ignoriert sie, scherzt stattdessen mit Freunden. Es ist die Szene eines Theaterstücks, das im Slum der drittgrößten Stadt Kenias, Kisumu, aufgeführt wird. Fern der Realität ist sie jedoch nicht. Dieser Artikel ist am 25.5.2017 in der „Wiener Zeitung“ erschienen.
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Blutige Tatsachen

Eine Frau beim WoMenaMenstruationstassen-Programm in Uganda.© Tom Saater / WoMena

Eine Frau beim WoMenaMenstruationstassen-Programm in Uganda.© Tom Saater / WoMena

„Können wir bitte das Thema wechseln?“ Egal ob männlich oder weiblich: Kommt man auf Menstruation zu sprechen, reagiert der Gesprächspartner meist irritiert bis angeekelt. Das, was die knappe Hälfte der Weltbevölkerung monatlich erlebt, ist also ein Tabuthema, über das man besser nicht spricht. Wenn Frauen Monat für Monat bluten, halten sie das geheim und stecken einander Tampons zu, als würden sie Drogen dealen. Ist das schlimm? Muss ja nicht jeder wissen, oder?

Dieser Artikel ist am 9.3.2017 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und hier nachzulesen.

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Feminismus für alle

2017-03-10-PHOTO-00000562Sie verbrennen BHs, hassen Männer, sind wütend und sexuell frustriert. Diese Klischees schwirren vielen im Kopf herum, wenn sie an Feministinnen denken. Warum eigentlich? Feminismus definiert sich als „akademische und politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen und gegen Sexismus eintritt“. Klingt nicht sehr radikal.

Dennoch gibt es kaum eine politische Bewegung, die derart stigmatisiert ist. Oft sagen Menschen, sie seien für Gleichberechtigung, nicht aber für Feminismus. Um ein Problem bekämpfen zu können, muss man es jedoch beim Namen nennen. Verfechter der Gerechtigkeit, die vom Feminismus Abstand nehmen, negieren, dass Frauen jahrhundertelang schlechter gestellt waren als Männer – und es nach wie vor sind.

Dieser Text ist Ausschnitt eines größeren Artikels zum Thema Feminismus und am 4.3.2017 im „Extra“, der Literaturbeilage der „Wiener Zeitung“, erschienen. In seiner vollen Längen ist er hier nachzulesen.

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Sind Frauennetzwerke feministisch?

In Österreich werden politische Entscheidungen auf der Fußballtribüne oder beim Wirten bei einem Glas Spritzwein oder einem Krügerl Bier getroffen. Man kennt einander, man (be)fördert einander. Frauen sind hier meist nicht dabei. Frauennetzwerke wollen ein Gegengewicht bilden, indem sie Treffen, Seminare oder Mentoring nur für Frauen anbieten.

Dieser Kommentar ist am 5.3.2017 in der Wiener Zeitung erschienen und hier nachzulesen.

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The girl on the sidewalk

For 13 years, Alaska has been living on the streets of Portland.

(c) John Strieder

(c) John Strieder

Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Achoo! Alaska sneezes herself awake. It is 8:15 A.M., and while alarm clocks remind people elsewhere that it is time to get ready for work, the sneezing reminds Alaska that it is time for her first shot. When a heroin addict is getting dope-sick, the body sends signals, often similar to catching the flu. It is the second time she has woken up this morning, in her camp in a construction zone between whistling trains and squeaking rats.

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Amazonen auf vier Rollen

(c) Luiza Puiu

(c) Luiza Puiu

Punkrock-Attitüde, Rangeleien, keine Spur von braven Mädchen von nebenan: Roller Derby ist ein Vollkontaktsport, der auf Rollschuhen und vorwiegend von Frauen ausgeübt wird.

Multimedia-Reportage: http://wienerzeitung.at/rollerderby

Punkrock dröhnt in voller Lautstärke aus den Lautsprechern, als Knock Out Nora, Karma Kalashnikov und ihre Kolleginnen einrollen. Jede der jungen Frauen auf Rollschuhen trägt Helm, Leggings, Mundschutz.

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