SALON FIGL

Das ist die Homepage der Journalistin Bettina Figl

Tag: Schule

Eine Schule, nicht wie damals

(c) Stanislav Jenis

(c) Stanislav Jenis

Mehr als Landwirt: Ausbildung und späteres Betätigungsfeld der Bauern sind breiter geworden – doch Betriebs- und Haushaltsmanagement bedienen nach wie vor konservative Rollenmuster
In der Ferne drehen sich Windräder im Kreis, grüne Felder, so weit das Auge reicht. Aus den Stallungen ertönt Stiergebrüll. Während Schüler anderswo ihre Pausen in grauen Schulhöfen verbringen, erstreckt sich das Gelände der landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) in Obersiebenbrunn auf knapp 50 Hektar: Apfelbäume säumen die Wege, auf den Feldern wächst so ziemlich alles, von Erdäpfel über Sonnenblumen bis hin zu Mais. Der Ort im Bezirk Gänserndorf ist eine halbe Stunde von Wien entfernt, für 160 Jugendliche hat hier vergangene Woche das neue Schuljahr begonnen.

Dieser Artikel ist am 8.9.2014 in der „Wiener Zeitung“ erschinen und hier nachzulesen.

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Die Selektion am Zebrastreifen

Mehrsprachigkeit als Nachteil, vernachlässigte Frühförderung und Chancenungleichheit: Im österreichischen Bildungssystem liegt einiges im Argen.
Wann immer ich an die Ungerechtigkeiten im Bereich Bildung denke, denke ich an einen Zebrastreifen. Nicht an irgendeinen Zebrastreifen, sondern an jenen, der Teil meines täglichen Schulwegs war. Auf der einen Seite besagter Straßenmarkierung waren Anfang der 1980er Jahre Reihenhäuser und Genossenschaftsbauten entstanden, hier waren in die Mittelschicht aufstrebende Jungfamilien eingezogen. Auf der anderen Straßenseite befand sich ein um etwa zehn Jahre älterer Gemeindebau, der nicht nur aus kindlicher Perspektive riesig anmutete: In 15 Stiegenhäusern lebten, und leben bis heute, etwa 3000 Menschen.

Dieser Artikel ist am 29.9.2014 im Wiener Journal erschinen und hier nachzulesen.

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Die Moral der G’schicht. . .

Ausgewogenes Verhältnis zwischen Ethik und Religion an Gymnasium in Wien-Liesing
Ein Schiff kentert, die Passagiere flüchten in ein Rettungsboot. Dieses ist zu schwer und droht zu sinken. Dürfen Menschen geopfert werden, um das Überleben von vielen zu sichern? Fragen wie diese werden im Ethikunterricht diskutiert. Derzeit gibt es ihn als Schulversuch an rund 200 Standorten. Direktoren können im Rahmen der Schulautonomie entscheiden, ob sie das Fach anbieten.

Dieser Artikel ist am 11.2.2014 in der Wiener Zeitung erschienen.

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Frisch gewärmter Fisch

Es erschließt sich nicht auf den ersten Blick, aber heute gibt es Fisch mit Bio-Reis. © Stanislav Jenis

Die hungrige Kundschaft wird jünger – Schulen sind für Catering-Firmen ein lukrativer Markt.
12 Uhr, Ganztagsschule Hasenleitengasse in Wien-Simmering: Betritt man das Gebäude durch die Schwingtüre, weht einem ein intensiver Geruch entgegen. Fisch, kein Zweifel. Neun Stunden verbringen die 10- bis 14-jährigen Schüler jeden Tag in der Neuen Mittelschule (NMS), eine Stunde davon am Schulhof. Das macht hungrig. Die Energie liefert in der Früh ein Energy Drink. Abends wird gekocht, also ein Packerl mit Pulver in heißes Wasser gekippt. Reisfleisch oder gebackene Apfelscheiben? Noch nie gegessen. Klingt wie der Alptraum von Sasha Walleczek, Ernährungsberaterin mit Vorliebe für gesunde Küche, ist aber Alltag vieler Schüler, wie der Schulbesuch der „Wiener Zeitung“ zeigt.

Dieser Artikel ist am 29.1.2014 in der Wiener Zeitung erschienen. Bildergalerie

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Pisa – ein Test in Schieflage

Die Ergebnisse des bekanntesten aller Bildungstests werden am Dienstag zum fünften Mal veröffentlicht. Österreich soll sich beim Pisa-Test verbessert haben – aber wen kümmert’s?

Zittern, Anspannung und nationale Versagensangst: Wenn am Dienstag in vielen Hauptstädten weltweit die Ergebnisse der internationalen Pisa-Tests bekanntgegeben werden, kommt das auch einer Art Notenverleihung für die Schulsysteme von Berlin bis Mexico City gleich. Seit 15 Jahren werden alle drei Jahre Pisa-Ergebnisse veröffentlicht, für Österreich waren das bisher stets Hiobsbotschaften. Das dürfte heuer anders sein. Die getesteten Schüler dürften sich beim Lesen, dem nationalen Problemfeld, leicht gesteigert haben. Auch mit den Naturwissenschaften soll es hierzulande bergauf gehen, dasselbe gilt für Mathematik, den heurigen Pisa-Schwerpunkt.

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Erinnerung an ehemalige KZ-Insassinnen

Rosa Jochmann und andere ehemalige Gefangene des KZ Ravensbrück (c) www.ravensbrueckerinnen.at

(c) www.ravensbrueckerinnen.at

Technisch realisiert wurde die Homepage von sieben Schülern der HTL Donaustadt. Die Widerstandskämpferin Thusnelda Bucher war 1932 an der Höttinger Schlacht beteiligt, bei der ein Treffen von Nationalsozialisten gewaltsam verhindert wurde. Theresia Franzl kam aufgrund ihrer Abstammung gemeinsam mit ihrem dreijährigen Sohn in ein „Zigeunerfamilienlager“. Die Kärntner Slowenin Anna Kupper unterstützte Partisanen, indem sie ihnen Essen in den Wald schmuggelte. Die Gründe der Verfolgung sind mannigfaltig, gemein ist diesen Frauen, dass das Konzentrationslager (KZ) Ravensbrück eine von vielen Stationen auf ihrem Leidensweg war. Nun können Videointerviews von Überlebenden und 1700 Namen ehemaliger KZ-Insassinnen in einer Datenbank abgerufen werden, 30 Lebensgeschichten sind nachzulesen: Die Homepage www.ravensbrueckerinnen.at wurde am Dienstag präsentiert und soll Forschern, Schülern und Lehrern, aber auch anderen Interessierten bei der Recherche helfen.

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Kleine Schritte statt großem Wurf

Die neue Lehrerausbildung steht. Auch ein neues Dienstrecht vor den Wahlen ist möglich – zumindest theoretisch. Vier Jahre nach Arbeitsbeginn wurde am Mittwoch die neue Lehrerausbildung beschlossen. Für Bildungsministerin Claudia Schmied ist das ein „großer Schritt“, von einem „Meilenstein in der Bildungspolitik“ sprach Fritz Neugebauer, Vorsitzender der Beamtengewerkschaft. Es hat den Anschein, als wolle die Regierung zumindest einen Teil ihrer bildungspolitischen Altlasten vor den Wahlen loswerden: Die ÖVP hat kürzlich ein eigenes Konzept zum Lehrerdienstrecht ins Spiel gebracht, das als Übergangslösung die unterschiedliche Bezahlung für Lehrer je nach Schultyp vorsieht: Sobald 2019 die ersten Absolventen der neuen Ausbildung an den Schulen unterrichten, sollen alle gleichviel verdienen. Das machte bei der Plenumsdebatte auch Neugebauer deutlich, als er klarstellte, gleichwertige Ausbildung ziehe gleichwertige Besoldung nach sich.

Dieser Artikel ist am 12.6.2013 in der Wiener Zeitung erschienen und im Original hier nachzulesen.

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Deutsch doch keine Bedingung für Taferlklassler

Wie man Schüler mit Sprachdefiziten fördert, sollen Direktoren entscheiden
Es war nicht gerade die feine Art, wie Bildungsministerin Claudia Schmied und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz in letzter Zeit einander ihre festgefahrenen Standpunkte zum Thema Sprachförderung medial mitteilten. Am Donnerstag traten sie dann gemeinsam vor die Presse, betonten ihren „Schulterschluss“ und stellten ein lange angekündigtes Modell zur Sprachförderung vor. Der Förderung von Volksschulkindern ohne deutsche Muttersprache soll demnach größerer Stellenwert zukommen. Kurz hatte ursprünglich ja gefordert, Deutsch als Bedingung für den Schuleintritt gesetzlich zu verankern – herausgekommen ist ein Erlass, der die Autonomie der Schulstandorte stärken soll.

Dieser Artikel ist am 23.5.2013 in der Wiener Zeitung erschienen und im Original hier nachzulesen.

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Ganztagsschule, peu à peu

Ganztägiger Unterricht als Chance für Kinder aus bildungsfernen Familien.

Abwechselnd wird gelernt, gespielt, musiziert und gesportelt: Dieses Idealbild der „verschränkten“ Ganztagsschule, in der sich Unterricht und Freizeit abwechseln, beschränkt sich in Österreich bislang auf Einzelphänomene.

Dieser Artikel ist am 22.11.2012 in der „Wiener Zeitung“ erschienen und im Original hier zu lesen.

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Von den 68ern blieb nicht viel

StŸützlehrerin Hermine Wittmann

StŸützlehrerin Hermine Wittmann (c) Slanislav Jenis

50 Sonderpädagogen arbeiten in Wien als Stützlehrer – fraglich, wie lange noch. Auch 30 Jahre nach ihrer Einführung bleiben die Stützlehrer kritisch: „Verkrustetes Schulsystem ist lebensabtötend“

Wien. Man könnte meinen, ihnen wäre zum Feiern zumute, doch 30 Jahre nach ihrer Gründung geben sie sich enttäuscht, wütend und desillusioniert. In den 80ern sind die Stützlehrer – ihres Zeichens Kinder der 68er-Bewegung – angetreten, um das Schulsystem zu verändern: Lernschwache Schüler sollten nicht mehr in Sonderschulen abgeschoben, die Klassenräume offener werden.

Dieser Artikel ist am 08.06.2012 in der „Wiener Zeitung“ erschienen

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